Wie sieht eine zukunftsfähige Verkehrspolitik aus? Welche Verkehrsprobleme lösen zusätzliche Autobahnspuren wirklich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Thomas Hug-Di Lena, Raum- und Verkehrsplaner ETH und Experte für Verkehrsplanung. Er setzt sich seit Jahren damit auseinander, wie Städte und Verkehrsräume zukunftsfähig gestaltet werden können.

Am 20. Oktober nimmt er für uns die aktuellen Ausbaupläne von Bundesrat Albert Rösti unter die Lupe und wirft einen kritischen Blick auf die fachlichen Grundlagen, auf denen die Vorlage Verkehr45 beruht.
Wir freuen uns sehr, dass wir Thomas Hug-Di Lena am 20. Oktober bei uns begrüssen dürfen. Um 18:30 Uhr starten wir in der Aula Schönenwegen mit unserer diesjährigen Hauptversammlung. Das Referat von Thomas Hug-Di Lena beginnt dann um 19:30 Uhr und ist für alle Interessierten offen. Im Anschluss laden wir alle herzlich zum gemeinsamen Apéro ein.
SRF 10vor10: Thomas Hug Di-Lenas Kritik zu den Autobahnausbauplänen

Die Jahresausstellung der Denkmalpflege 2026 der Stadt St.Gallen steht unter dem Titel «Kleine Architektur – grosse Geschichten». Gezeigt werden vierzehn ausgewählte Kleinbauten im öffentlichen Raum der Stadt. Als Keyvisual – also als Titelbild – wählte die Denkmalpflege der Stadt St.Gallen die ehemalige Elektro-Unterstation bei der St.Leonhard-Brücke. Das ist jenes Bijou, das dem neuen Autobahnanschluss am Güterbahnhof im Weg steht und daher verkleinert werden soll – oder beschönigt ausgedrückt: wieder in seinen Ursprungszustand versetzt werden soll (siehe Bild).
Am 8. August 2026 wurde im Güterbahnhof 10 Jahre Zwischennutzung "Lattich" gefeiert. Auch der Verein gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof war vor Ort.
Unser Logo, der "Lätsch", diente als Zielscheibe eines Wurfspiels.
Die Engpassbeseitigung St.Gallen ist zwar nicht Bestandteil des Ausbauschritts 2027. Gemäss der Vernehmlassungsvorlage des Bundesrats soll das Projekt jedoch bis 2045 realisiert werden. Dies bedeutet, dass die 3. Röhre des Rosenbergtunnels zusammen mit dem Zubringer Güterbahnhof und dem davon abhängigen kantonalen Projekt Liebeggtunnel voraussichtlich im Ausbauschritt 2031 berücksichtigt werden soll.
Der Verein gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof St.Gallen fordert weiterhin, die Teilprojekte der Engpassbeseitigung aufzuteilen und die 3. Röhre des Rosenbergtunnels sowie den Zubringer Güterbahnhof separat zu beurteilen.
In einer Antwort auf eine Interpellation bekräftigt der Stadtrat seine Haltung. Er erachtet das Projekt für die 3. Röhre des Rosenbergtunnels inklusive Zubringer zum Güterbahnhof nach dem ablehnenden Volksentscheid vom 24. November 2024 als nicht mehr umsetzungsfähig.
In einem Interview im St.Galler Tagblatt hat sich Regierungsrätin Susanne Hartmann zur Haltung der Stadt zum Volksentscheid gegen die Autobahnausbauten vom 24. Novemvber 2024 geäussert. Im speziellen hat sie die Positionierung des Stadtrats zum Zubringer Güterbahnhof kritisiert. Man werde ihn «darauf hinweisen», dass er in der Mitverantwortung stehe.
Zusammen mit anderen Organisationen und Parteien haben wir ihr nun in einem offenen Brief die Sichtweise von uns und der Mehrheit der Stadtbevölkerung erklärt.

Ein Kanton gefangen im Tunnelblick
Anstatt das Abstimmungsresultat vom 24.11.2024 zu analysieren und Alternativen zu prüfen, halten rechtsbürgerliche Kreise, Teile der ETH, die Kantonsregierungen und der Bundesrat weiterhin an den abgelehnten Projekten fest.
Der Bund will die 3. Autobahnröhre durch den Rosenberg und damit die Spange Güterbahnhof in der St.Galler Innenstadt prioritär umsetzen. Dies entgegen dem klaren Volksentscheid vom 24. November 2024. Der überparteiliche Verein gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof warnt vor einer zehnjährigen Baustelle mitten im Stadtzentrum, massiven städtebaulichen Schäden und dem Ignorieren demokratischer Grundsätze. Eine Trennung der Projekte wurde nie ernsthaft geprüft.

Mit einem deutlichen doppelten Nein haben die Stimmberechtigten von Bund und Stadt St.Gallen den Autobahnanschluss Güterbahnhof abgelehnt. Der Verein gegen den Autobahnanschluss erwartet nun die sofortige Sistierung sämtlicher Planungsarbeiten.
Der Verein gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof hat eine öffentliche Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Knapp 550 Menschen aus der Stadt St.Gallen sprechen sich darin gegen den Autobahnanschluss aus. Ihr Hauptargument: Der Zubringer führt zu Mehrverkehr in der Innenstadt.

"Das ist einseitig und nicht mehr zeitgemäs."
Der Bund der Schweizer Architektinnen und Architekten (BSA) sagt Nein zur Autobahn-Abstimmungsvorlage. Das gilt auch für die Ostschweizer Sektion. Deren Vorsitzender ist der ehemalige St.Galler Kantonsbaumeister Michael Fischer. Er hat bis 2022 am Güterbahnhof-Areal mitgeplant. Warum ist er gegen den Ausbau?
Mit einer halbjährigen Verspätung wurde der Mitwirkungsbericht zum Kantonsteil des Projekts Zubringer Güterbahnhof und Liebeggtunnel letzte Woche veröffentlicht. Viele Antworten auf die 1’858 Rückmeldungen lassen auf ernste Schwierigkeiten deuten.

Das Projekt ist für das Klima und die Biodiversität schädlich. Der CO2-Ausstoss durch den Bau wird auf 450'000 Tonnen geschätzt. Die notwendige ökologische Durchgrünung der Stadt wird verunmöglicht, das Schutzgebiet Wattbach gestört.
Das Astra nennt sie «Spange», verbreiterter ist der Begriff «Teilspange». Eine Spange ist ein Element, das Dinge zusammenfügt oder -hält. Was hat das mit dem Zubringer Güterbahnhof zu tun? Und warum wird dieser eigentlich so genannt?