logoTeilspange Güterbahnhof-Liebegg – Teilprojekt der «Engpassbeseitigung St.Gallen»
Gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof

Der Verein gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof wird am Dienstag, 6. Oktober 2026 mit einem überdimensionierten Brief seinen grossen Unmut über das Paket «Verkehr '45» darstellen. Der überparteiliche Verein fordert, den zusätzlichen Autobahnanschluss Güterbahnhof vom Bau der 3. Röhre Rosenberg zu trennen und aus dem Projekt Engpassbeseitigung St.Gallen zu streichen. Zur Aktion sind alle Interessierten eingeladen.

aktion grosser brief ankuendigung

Am Freitag, 9. Oktober 2026 läuft die Vernehmlassungsfrist zur Vorlage «Verkehr '45» ab. Darin enthalten ist auch der Zubringer Güterbahnhof-Liebegg (vom Bund «Spange» genannt) in St.Gallen. Das ist eines jener Projekte, das die St.Galler Stimmbevölkerung am 24. November 2024 mit 55 Prozent Nein-Stimmen bereits klar abgelehnt hat. 

«Der Bund will ein Projekt durch die Hintertür wieder einführen, das die Bevölkerung von St.Gallen unmissverständlich abgelehnt hat», sagt Florim Sabani, Präsident des überparteilichen Vereins. «Das ist kein Versehen, das ist Zwängerei. Selbst der Stadtrat lehnt das Projekt mittlerweile dezidiert ab».

Rund 270'000 Franken pro Meter Autobahn

Für lediglich 3,6 Kilometer städtischen Autobahnzubringer fallen zusammen mit dem Liebeggtunnel rund 1 Milliarde Franken an. Das ergibt einen Meterpreis von über 270'000 Franken. «Für dieses Geld bekommt man einen halben Anschluss ohne Nutzen und ein Prestigeprojekt aus dem letzten Jahrhundert», so Sabani. Wer Richtung St.Margrethen unterwegs ist, fährt nach dem Bau trotzdem mitten durchs Zentrum. Dazu kommt eine über zehnjährige Baustelle, die die Innenstadt und die Quartiere massiv belasten wird werden. Den künftigen sechsspurigen Knoten bei der St.Leonhard-Brücke bezeichnete 2022 selbst ein Begleitgremium des Kantons als städtebaulich problematisch. «Ein riesiger Murks, ein unprofessionelles Gebastel, welches den Anspruch an einen flüssigen Knoten auch für ÖV, Fuss- und Veloverkehr, nicht zu erfüllen vermag», so Sabani. Zudem zeigen Erfahrungen, dass beim Bund die Bauprojekte jeweils einiges teurer werden als erwartet.

Bundeseigene Kriterien würden das Projekt durchfallen lassen

Der Verein weist zudem darauf hin, dass der Bund die 3. Röhre Rosenberg und den Zubringer Güterbahnhof künstlich als ein einziges Projekt behandelt. Bei separater Prüfung nach den eigenen STEP-Kriterien des Bundes (Projektreife, Nutzen für den Unterhalt der bestehenden Achse, Wirkung auf den öffentlichen Verkehr) würde der Zubringer schlicht durchfallen. «Die Bündelung der beiden Teilprojekte ist nicht notwendig. Eine Entflechtung wäre eine Winwin-Situation, da man dann über das ungenügende Projekte separat diskutieren könnte.

Die Verhinderung dieser Entflechtung deutet darauf hin, dass dieses ungenügende Teilprojekt durchgeschmuggelt werden soll. Dies ist insbesondere auch im Sinn des Kantons und von Regierungsrätin Susanne Hartmann, die ideologisch und gegen die eigene Bevölkerung agiert», sagt Sabani. Dass man diese Entflechtung verhindern will, ist ein Zeichen, dass der Bund das ungenügende Projekt durchschmuggeln will und insbesondere auch die Regierungsrätin Hartmann ideologisch gegen die eigene Bevölkerung agiert», sagt Sabani.

Besonders stossend ist die Konkurrenzierung des öffentlichen Verkehrs: Der 2018 eröffnete Ruckhaldetunnel der Appenzeller Bahnen verbindet Zentrum, Teufen und Appenzellerland mit genau dem Ziel, Verkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Eine parallel geführte Autobahn würde diese Investition konterkarieren.

Die Alternative liegt auf der Schiene

Stadt, Kanton und Parteien über das gesamte politische Spektrum setzen sich bereits gemeinsam für einen Ausbau der S-Bahn auf einen Viertelstundentakt und eine stärkere Gewichtung des Bahnverkehrs in der Ostschweiz ein. Die Lösung läge also auf dem Tisch. «Es fehlt nur der politische Wille, sie auch zu umzusetzennutzen», so Sabani.

Riesiger Brief symbolisiert riesigen Unmut

Das grosse Unverständnis und den grossen Unmut über das Vorgehen von Bundesrat Albert Rösti will der Verein am Dienstag, 6. Oktober mit einer öffentlichen Aktion symbolisieren. Geplant ist ein überdimensionierter Brief an Herrn Rösti, der mit Kreide auf die Güterbahnhofstrasse – dort wo der Autobahnanschluss geplant ist – geschrieben wird. Die Aktion ist bewilligt, beginnt um 18:00 Uhr und steht allen Interessierten offen.

 

nach oben